Aktuelle Informationen, Nachrichten und Termine werden ab jetzt von Olaf Jörding auf Pinsel und Think veröffentlicht. Sollte sich beim Thema Meller Bahnhof etwas tun, erfahren Sie es dort. Daneben gibt es Veranstaltungstipps und Sportergebnisse aus Melle.

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In einer Kurzmeldung berichtet der regionale Sender 94,9 Radio Herford auf seiner Homepage über den Meller Bahnhof. Sollten die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, könnte das Gebäude wieder mit Leben gefüllt werden und der Platz endlich wieder vorzeigbar werden. 

Die Stadt Melle will offensichtlich den alten Bahnhof kaufen. Zur Zeit liefen Gespräche mit dem Eigentümer, deren Inhalt aber noch nicht bekannt gegeben werde, sagte uns auf Nachfrage eine Sprecherin der Stadt. Im Herbst vergangenen Jahres hatte der Rechtsextremist Jürgen Rieger den Bahnhof angeblich für rund 700.000 Euro gekauft. Nur zwei Monate später trat Rieger vom Kauf zurück. Er wollte in das Alten Bahnhofsgebäude ein „Rechtes Ausbildungszentrum“ einrichten. Die Stadt wollte weder Rieger noch ein solches Zentrum und änderte kurzerhand den Bebauungsplan. Somit waren die Pläne für Rieger angeblich zu Nichte. Die Stadt Melle sieht nun vor, in den alten Bahnhof unter anderem einen Kiosk, ein Reisebüro und einen Fahrradverleih anzusiedeln. Allerdings nur wenn die Verhandlungen mit dem Eigentümer positiv verliefen und der Preis stimme.

(Quelle: http://www.radioherford.de/index.php?id=28&no_cache=1 Stand 26.03.2008, 15:32 Uhr)


2 Kommentare zu “Radio Herford: “Stadt Melle will Bahnhof kaufen””  

  1. 1 copperhead

    Es wäre ja schön, wenn das klappt, aber alle sollten nach wie vor an die überzogenen Preisvorstellungen des Herrn Schimweg für den Bahnhof denken. Die Stadt sollte also ihrer Linie treu bleiben und - auch nachdem etwas Gras über die Sache gewachsen ist - nicht zu einem überhöhten Preis kaufen (sofern die Meldung stimmt). Wir könnten es als Denkanstoß nehmen und mal überlegen, welche Nutzungen im Bahnhof so möglich oder gewünscht wären. Was habt Ihr für Ideen? Fahrradstation finde ich als ok, ne kleine Bäckerei, damit man morgens noch schnell n Brötchen kaufen kann ist auch gut.

    Also Leute, seid Ihr noch alle da? :-)

    copperhead

  2. 2 Gerhard

    „Lohnende Geschäfte“

    Dubioses Interesse an heruntergekommenen Anwesen – Verfassungsschützer warnen vor der „Immobilien-Masche“ der rechtsextremen Szene.

    In jüngster Zeit brachten Rechtsextremisten mehrfach Gerüchte über angebliche Kaufabsichten von alten Hotels, Gaststätten oder Hallen in Umlauf. Kommunen werden so provoziert, heruntergekommene Anwesen zu überhöhten Preisen zu erwerben. Das vorgebliche Interesse an den Immobilien ist nach Ansicht des Verfassungsschutzes ein Finanztrick zur Geldbeschaffung. Für die NPD könne dies, so der baden-württembergische Verfassungsschützer Frank Dittrich, ein „lohnendes Geschäft“ sein, wenn sie mit dem Verkäufer zusammenarbeite und die Provision kassiere. „Die Partei hat erkannt, dass das Bekanntwerden der Verkaufsabsichten Vorteile bringen kann“, erklärte Dittrich. Bereits im August 2006 hatten hochrangige Verfassungsschützer vor der rechtsextremen „Immobilien-Masche“ gewarnt. Bnr.de dokumentiert nachfolgend ausgewählte Beispiele dieses dubiosen Immobilienpokers.

    Im September dieses Jahres wurde im thüringischen Bad Langensalza bekannt, dass die NPD angeblich das viergeschossige „Bürohaus Europa“ kaufen wolle. Als Kaufpreis werden 650 000 Euro genannt. Der Eigentümer des Hauses ist mit mehreren hunderttausend Euro bei einer Bank verschuldet. In Straubing in Bayern wurde im September öffentlich, dass eine an die NPD vermietete ehemalige Tierpraxis zum Preis von 2,4 Millionen Euro an die NPD verkauft werden soll. Schätzungen zufolge ist das Objekt höchstens ein Fünftel der geforderten Summe wert. Ebenfalls im September erwarben der Zollernalbkreis, die Stadt Albstadt und die Gemeinde Straßberg den „Linderhof“ im baden-württembergischen Straßberg für 387 000 Euro. Zuvor hatte die NPD angekündigt, darin ein Schulungszentrum errichten zu wollen. Genannt wurde ein völlig überteuerter Preis für den baufälligen einstigen Nachtclub. Der NPD-Landeschef Jürgen Schützinger verkündete nach dem Verkauf, dass die NPD „weiterhin in der Region Württemberg-Hohenzollern ein für Schulungs-, Tagungs- und Freiluftzwecke geeignetes Objekt“ erwerben wolle. So seien bereits „weitere geeignete Niederlassungsmöglichkeiten angeboten worden“ seien, „die jetzt ‘ohne Zeitdruck Fall für Fall in Augenschein genommen und abgearbeitet’“ werden.

    Jürgen Rieger, NPD-Bundesvize, schloss im August einen notariellen Kaufvertrag mit dem Verkäufer des Gasthofes „Pension Puchtler“ in Warmensteinach im Fichtelgebirge (Nähe Wunsiedel) ab. Der Kaufvertrag, der auch andere Flächen und Grundstücke im Ort einschließt, liegt bei 1,84 Millionen Euro und gilt als überteuert. Die Gemeinde wird möglicherweise von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.

    Zeitweilige Aufregung herrschte im Juni in Bad Bergzabern in Rheinland-Pfalz. Angeblich war, so die NPD, ein Parteikamerad am Kauf eines Areals von Ferienhäusern im Wert von 1,29 Millionen Euro interessiert. Einen Monat zuvor teilte ein Bürger im rheinland-pfälzischen Hargesheim mit, dass ihm ein Kaufangebot der NPD für sein Anwesen vorliegen würde. Im Mai ging das Gerücht um, dass die NPD ein Areal in Rheinsberg, Brandenburg, erwerben wolle. Die Stadt Karlsruhe erklärte im April einen Straßenzug zum reinen Wohngebiet, nachdem die NPD Interesse an einem Objekt bekundet hatte. Ebenfalls im April verkündeten NPD-Aktivisten ihr Interesse an der „Mühlensauna“ im niedersächsischen Achim.

    Im November 2007 verzichtete Jürgen Rieger auf den Kauf eines alten Bahnhofs im niedersächsischen Melle nach Änderung des Bebauungsplans durch die Stadt. Zuvor hatte er angeblich 700 000 Euro bezahlt. Die sauerländische Stadt Menden erwarb im September 2007 das „Gut Rödinghausen“. Die Besitzerin hatte mitgeteilt, dass sie an Rieger verkaufen würde, falls es kein anderes adäquates Angebot gebe. Im August wurde die Kaufabsicht der saarländischen NPD hinsichtlich des „Niedhotels“ in Rehlingen bekannt. Sie beschränkte sich letztlich auf eine Anmietung der Räumlichkeiten durch die NPD. Im Mai kündigte die NPD an, für das baufällige ehemalige Gasthaus „Mohren“ im thüringischen Gotha zu bieten. Bei der Auktion trat sie nicht in Erscheinung.

    Im Februar 2007 erwarb die Stadt Wunsiedel die Gaststätte „Waldlust“. Daran waren zuvor Kreise um Jürgen Rieger interessiert. Anfang 2007 war das Gerücht umgegangen, Rieger wolle im brandenburgischen Kleinow (Landkreis Prignitz) ein Grundstück kaufen. Sowohl der Eigentümer als auch Rieger dementierten dies später.

    Die niedersächsische Stadt Delmenhorst kaufte im Dezember 2006 das heruntergekommene „Hotel am Stadtpark“ für drei Millionen Euro. Angeblich wollte Rieger darin ein rechtsextremes Schulungszentrum errichten. Eine Bürgerinitiative sammelte 937 607 Euro. Laut Gutachten ist der Komplex 1,33 Millionen Euro wert. Im Juni 2008 beschloss der Stadtrat, das Gebäude abzureißen.

    Im August 2006 gab die NPD die Pläne zum angeblichen Kauf der ehemaligen Gaststätte „Alte gräfliche Leininger Mühle“ in Kirchheim, Rheinland-Pfalz, auf, weil das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der Gemeinderat hatte sich – trotz Protestes einer Bürgerinitiative – entschieden, die Immobilie nicht zu kaufen. An der Gemeinderatssitzung nahm der Mainzer Innenstaatssekretär Roger Lewentz teil, der vom Kauf abriet. Das Gebäude ist derzeit noch an die NPD verpachtet. In Cham in Bayern nutzte der Stadtrat sein Vorkaufsrecht und kaufte im Juni 2006 für rund 900 000 Euro ein baufälliges Supermarktgelände. Zuvor hatte die NPD Kaufabsichten geäußert und 1,2 Millionen Euro geboten.

    Anfang 2005 versuchte der Eigentümer Wolfgang J. in Grafenwöhr in Bayern eine heruntergekommene Tennishalle verkaufen. Am 1. April 2005 erklärte sich der NPD-Bezirksverband Unterfranken bereit, die überteuerte Summe zu zahlen. Ein Kaufvertrag wurde unterzeichnet. Daraufhin setzte breiter zivilgesellschaftlicher Protest ein. Medien berichteten bundesweit über den angeblich anstehenden Erwerb der Halle durch die NPD. Derart in die Enge getrieben, kaufte die klamme Kommune im Mai die marode Tennishalle für 545 000 Euro. Nach Einschätzung der bayerischen Verfassungsschützer handelte es sich bei dem Kaufinteresse der NPD um eine Finte.

    In einem „Merkblatt zum Kauf von Immobilien durch Rechtsextremisten“ hielt das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern Ende 2007 fest: „Wenn ein Objekt tatsächlich angekauft werden soll, erfolgt eine Kontaktaufnahme mit dem Anbieter, ohne dass die Öffentlichkeit vorher eingeschaltet wird.“
    Anton Maegerle

    Quelle: http://www.bnr.de/bnraktuell/ausgabe202008/lohnendegeschaefte/# (kostenpflichtig)

    Gerhard

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